In einer Welt, die von Katastrophen, Kriegen und Krisen erschüttert wird, fühle ich mich oft machtlos. Die globalen Probleme erscheinen so gewaltig, dass mein eigener Einfluss dagegen verschwindend klein wirkt. Und doch glaube ich fest daran: Auch wenn ich das große Ganze nicht unmittelbar verändern kann, liegt in meinem persönlichen Umfeld eine Kraft, die nicht zu unterschätzen ist.
Im Alltag – bei der Arbeit, im Freundeskreis, beim Einkaufen,... – kann ich jedem Menschen mit Freundlichkeit begegnen. Ein ehrliches Lächeln, ein aufrichtiges Lob, ein kleines Kompliment oder ein deeskalierendes Wort in einer angespannten Situation – all das sind scheinbar kleine Gesten, die jedoch eine große Wirkung entfalten können.
Vielleicht trägt die eine oder der andere dieses kleine Samenkorn der Freundlichkeit weiter. Vielleicht inspiriert es sie, selbst freundlich zu handeln, anderen Mut zu machen, Wärme zu schenken. So entsteht eine Kette der Menschlichkeit – wie ein Schneeballsystem, das sich ausbreitet und schließlich auch im Großen etwas bewegt.
Ich glaube fest daran: Jeder freundliche Moment zählt. Und gemeinsam können wir mehr bewirken, als wir denken.
Deshalb sind mir beim Lachyoga die zwischenmenschlichen Begegnungen so wichtig. Und somit sind mir beim Lachyoga die Übungen am liebsten, bei denen die Teilnehmenden miteinander interagieren. Einige davon kannst Du in meinem Workshop beim diesjährigen Lachyoga-Kongress kennenlernen.

Heute, am Momente-des-Lachens-Tag, feiern wir (wie jedes Jahr am 14. April) die heilsame und verbindende Wirkung eines herzlichen Lachens. Ein Tag, der uns daran erinnert, wie wertvoll fröhliche Augenblicke in unserem Leben sind. Lachyoga, eine einzigartige Praxis, die Lachen mit Atem- und Entspannungsübungen kombiniert, verkörpert perfekt den Geist dieses besonderen Tages.
Auch (und gerade!) in schlimmen Zeiten ist das menschliche Lachen eine wichtige Ressource! Es verbindet uns mit anderen Menschen, schafft Abstand zu den alltäglichen Sorgen und stärkt uns für die anstehenden Herausforderungen. Wenn es um so ernste Realitäten wie Krieg und damit den Tod von unschuldigen Menschen geht, sind Komik und Witze jedoch problematisch, wenn nicht sogar völlig unangebracht. Aber zum Glück hat Dr. Madan Kataria vor 27 Jahren Lachyoga, also das Lachen ohne Grund entdeckt! Damit kommst du ins Lachen, auch wenn dir eigentlich gerade nicht danach zumute ist. Lachyoga kommt völlig ohne Humor aus, denn das Lachen ist gespielt, so wie es ein:e Schauspieler:in macht. Dieses gespielte Lachen entfaltet aber die gleichen Wirkungen wie ein Lachen über eine komische Begebenheit. Es gibt neuerdings sogar eine Studie, in welcher das gespielte Lachen sogar bessere Wirkungen als das echte zeigt.
Vor ein paar Tagen ist Desmond Tutu, anglikanischer Bischof, Widerstandsaktivist gegen die südafrikanische Apartheid, Friedensnobelpreisträger und Lacher aus Leidenschaft und Überzeugung von uns gegangen. Er war der festen Überzeugung, dass Lachen die Menschen miteinander verbindet. Und daher hat er nie mit seinem sehr ansteckenden Lachen gegeizt. Sicher war er ein sehr lebensfroher Mensch. Ohne Lebensfreude und Lachen wäre der lange Weg bis zum Ende des Apartheidsregimes wohl auch kaum durchzuhalten gewesen. Tutu selbst sprach einmal von "Gottes Reich der Gerechtigkeit, des Friedens, des Lachens, der Freude, der Fürsorge, des Teilens, der Versöhnung und des Mitgefühls", was sich meiner Meinung nach alles gegenseitig bedingt.